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Nur Placebo?

Auch wenn der genaue Wirkmechanismus der Homöopathie naturwissenschaftlich bislang nicht erklärt werden kann, gibt es doch zahlreiche Studien, in denen die Wirksamkeit homöopathischer Arzneien eindeutig belegt wird. In 129 placebokontrollierten Studien (Forschungsstand 2019) wird deutlich, dass der Effekt homöopathischer Arzneien weit über Placebo- und Suggestionseffekte hinausgeht.1 

1 HRI Homeopathy Research Institute; www.hri-research.org/resources/homeopathy-faqs/there-is-no-scientific-evidence-homeopathy-works/ (Nov 2020)

Wissenschaftliche Studien - eine Welt für sich

Studien sind schon ein recht spezielles Thema. Vielleicht wird auch Ihnen schwindlig, wenn Sie Begriffe wie randomisierte Doppelblindstudien, Metaanalysen oder Outcome-Studien hören? Zu Recht, wenn man daran denkt, wie komplex diese Thematik ist und wie unterschiedlich gelegentlich ein und dieselbe Studie interpretiert wird. Wir schlüsseln diese Welt für Sie auf: Homöopathie und Forschung.

Passen Homöopathie und Forschung zusammen?

 

Selbstverständlich!

Besonders wichtig und aufschlussreich sind Forschungsarbeiten von Wissenschaftlern, die weder Homöopathen sind noch im Verdacht stehen, anderweitige Interessen zu vertreten. Einer dieser unabhängigen Wissenschaftler - ein schwedischer Mediziner - hat die Forschungslage zur Homöopathie in aller Kürze zusammengefasst.

Beginnen wir gleich mit dem Fazit und lassen an dieser Stelle den renommierten Forscher und Professor für Anästhesie und Intensivmedizin an der Universität von Linköping/Schweden, Professor R. G. Hahn, zu Wort kommen - also einen Nicht-Homöopathen:1   

  •  „Die Anzahl der RCTs (Randomisierte kontrollierte Studien) zur Homöopathie ist sehr groß, sogar höher als zu vielen Therapien in der konventionellen Medizin.“ 
  • „Der größte Anteil aller Homöopathie-Studien zeigt signifikant positive Effekte.“
  • „Zur Schlussfolgerung, dass Homöopathie klinisch nicht wirksam sei, kann man nur kommen, wenn man 90 Prozent aller klinischen Studien zur Homöopathie ignoriert und nicht auswertet!

Neugierig? Oder genügt Ihnen die eigene Erfahrung, dass homöopathische Mittel auch bei Tieren und Säuglingen funktioniert haben? Denen kann man kaum unterstellen, dass sie für Suggestionen oder starke Glaubenssätze besonders anfällig seien.

Wenn Sie mehr wissen wollen, dann lesen Sie gern die anderen Beiträge zur Homöopathieforschung. Wir haben versucht, diese kompakt und verständlich für Sie darzustellen. Für das ausführliche Studium verweisen wir zusätzlich jeweils auf die entsprechenden Publikationen.

Hier schon einmal einige Links auf Seiten, die sich generell mit der Homöopathieforschung beschäftigen:

1 Prof. Dr. R.G. Hahn: "Homeopathy: Meta-analysis of pooled clinical data" (Band 20 [5], 2013; 376-381); Verlag: S. Karger GmbH, Freiburg

Passen Homöopathie und Forschung zusammen?

Abenteuer Grundlagenforschung

 

In der Grundlagenforschung wird versucht, fundamentale Fragen zu klären, die keinen unmittelbaren Praxisbezug haben müssen. Bezogen auf die Homöopathie geht es dabei z.B. um Fragen nach der Wirksamkeit an sich, die Klärung von Wirkmechanismen oder auch die Effekte unterschiedlicher Potenzen. Die Reproduzierbarkeit von Experimenten ist dabei ein wesentliches Kriterium. Experimente werden z.B. mit Kaulquappen, Weizenkeimlingen, Krebszellen oder Wasserlinsen durchgeführt. Suggestionseffekte können somit ausgeschlossen werden.

Auch wenn der Wirkmechanismus weiterhin ungeklärt und die Reproduzierbarkeit z.T. unzureichend ist, zeigen bisherige Experimente mit potenzierten Arzneien deutliche Wirkungen dieser Mittel.

Dass Homöopathie wirkt, ist vielfach bewiesen

Einer der profiliertesten (nicht-homöopathischen) Forscher, Prof. Dr. Stefan Baumgartner, zieht im Jahr 2016 folgendes Zwischenfazit:1

„Im Jahr 2010 identifizierte eine systematische Übersichtsarbeit zur Frage der Reproduzierbarkeit von Effekten in der Grundlagenforschung an potenzierten Präparaten 24 experimentelle Modelle, welche in insgesamt 107 Studien eingesetzt wurden und laborintern oder extern wiederholt wurden (41). Von diesen 24 Modellen ergaben sich in Wiederholungsversuchen für 22 Modelle ähnliche Resultate, für 6 Modelle differierende Resultate und für 15 Modelle keine Effekte. Unabhängige Reproduktionen ergaben für 7 Modelle signifikante Resultate. Damit kann festgehalten werden, dass die präklinische Forschung an potenzierten Arzneien in den letzten 10 Jahren einen deutlichen Fortschritt gemacht hat, da noch 1999 kein einziges experimentelles Modell bekannt war, dessen Resultate unabhängig reproduziert werden konnten.

Zum Stand der präklinischen Forschung mit potenzierten Substanzen kann damit Folgendes festgehalten werden: Unter den mehr als 1.000 fachwissenschaftlichen Publikationen gibt es eine beträchtliche Anzahl von qualitativ hochwertigen Studien, welche eine empirische Evidenz für eine spezifische Wirksamkeit auch hochverdünnter potenzierter Arzneien beobachteten. Ebenso gibt es mehrere experimentelle Modelle, mittels welcher in unabhängiger Replikation signifikante spezifische Effekte potenzierter Präparate festgestellt wurden. Die empirisch festgestellte Modifikation der Moleküldynamik in potenzierten Arzneien könnte einen Aspekt des physikochemisch-pharmazeutischen Wirkprinzips abbilden, welches in seiner Gesamtheit jedoch noch zu bestimmen ist. Auch zum biologischen Wirkprinzip einer regulativen, gesamtorganismischen Reaktion auf Abweichungen von der Homöostase gibt es erste empirische Hinweise."

1 Baumgartner, Prof. Dr.; Stand der Grundlagenforschung in der Homöopathie; Der aktuelle Stand der Forschung zur Homöopathie; Wissenschaftliche Gesellschaft für Homöopathie, 2016

Weitere Informationen zur Grundlagenforschung:

Forschungsreader der WissHom, S. 43 ff. (Stand Mai 2016):
https://www.wisshom.de/whwp/wp-content/uploads/2019/11/forschungsreader_2016.pdf

Homeopathy Research Institute:
https://www.hri-research.org/resources/homeopathy-the-debate/essentialevidence/experimental-research/

Abenteuer Grundlagenforschung

Am Patienten - Klinische Forschung und Versorgungsforschung

Am Patienten - Klinische Forschung und Versorgungsforschung

 

In so genannten klinischen Studien wird die praktische Anwendung am Patienten (Mensch und Tier) untersucht, um die Wirksamkeit im Vergleich zu Placebomedikamenten und konventionellen Behandlungen zu bewerten. In der Versorgungsforschung geht es um gesundheitspolitische Fragestellungen, z.B. um Kosten-Nutzen-Relationen.

Zusammenfassend für beide Bereiche ergibt sich Folgendes:

„Die Daten aus der Versorgungsforschung zeigen, dass Homöopathie einen Effekt hat, der mit der konventionellen Medizin vergleichbar ist. Beide Therapiesysteme führen zu ähnlichen Kosten: Die Homöopathie durch Gesprächszeit, die konventionelle Medizin durch Medikamentenkosten.“1

 1 www.informationen-zur-homoeopathie.de/?page_id=41

Doppelblind & Co.

Gängige Studienformate sind z.B. placebokontrollierte Doppelblindstudien, Vergleichsstudien (ohne Placebo) und so genannte Outcome-Studien (Beobachtungsstudien). Mittlerweise gibt es allein ca. 300 publizierte klinische Studien zur Homöopathie.

Als wissenschaftlicher Goldstandard gilt die randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie: Per Zufall wird festgelegt, welcher Studienteilnehmer die Substanz erhält und wer in die Kontrollgruppe kommt; außerdem wissen weder der Teilnehmer noch der Behandler, wer welcher Gruppe angehört. Auch bei diesem anspruchvollen Studiendesign sind die Ergebnisse eindeutig. Der renommierte Forscher und Professor für Anästhesie und Intensivmedizin an der Universität von Linköping in Schweden, Professor R. G. Hahn, schreibt dazu:1

Die Anzahl der RCTs (Randomisierte kontrollierte Studien) zur Homöopathie ist sehr groß, sogar höher als zu vielen Therapien in der konventionellen Medizin.“

Der größte Anteil aller Homöopathie-Studien zeigt signifikant positive Effekte.“

1 Prof. Dr. R.G. Hahn: "Homeopathy: Meta-analysis of pooled clinical data" (Band 20 [5], 2013; 376-381); Verlag: S. Karger GmbH, Freiburg

Weitere Informationen zur klinischen Forschung

Homeopathy Research Institute:
https://www.hri-research.org/resources/homeopathy-the-debate/essentialevidence/

Informationen zur Homöopathie:
http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?page_id=41

Abenteuer Grundlagenforschung

Aus der Vogelperspektive: Metaanalysen

Am Patienten - Klinische Forschung und Versorgungsforschung

 

Bei diesem Studienformat erfolgt keine Forschung im engeren Sinne, sondern es geht um die Zusammenfassung und Auswertung einer größeren Anzahl von Studien, um Schwächen einzelner Untersuchungen auszugleichen. Dabei wird das Ergebnis ganz wesentlich von der getroffenen Auswahl beeinflusst! Bei manchen Metaanalysen kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass bestimmte Interessenlagen für die Zusammenstellung und Interpretation maßgeblich waren. Hierzu ein unabhängiger Forscher:

„Zur Schlussfolgerung, dass Homöopathie klinisch nicht wirksam sei, kann man nur kommen, wenn man 90 Prozent aller klinischen Studien zur Homöopathie ignoriert und nicht auswertet!"1

1 Prof. Dr. R.G. Hahn; „Homeopathy: Meta-analysis of pooled clinical data“ (Band 20 [5], 2013; 376-381); Verlag: S. Karger GmbH, Freiburg

 

Metaanalysen zur Homöopathie

Es existieren zahlreiche Analysen dieser Art. Zwei Studien werden immer wieder in den Medien zitiert:

Die Studie von K. Linde:

Linde K, Clausius N, Ramirez G, Melchart D, Eitel F, Hedges LV, Jonas WB: Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo-controlled trials. Lancet. 1997;350(9081):834-43. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9310601

Diese Studie fällt eindeutig positiv für die Homöopathie aus.

Die Studie von A. Shang und M. Egger:

Shang A, Huwiler-Müntener K, Nartey L, Jüni P, Dörig S, Sterne JA, Pewsner D, Egger M: Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. Lancet 2005 Aug 27-Sep 2;366(9487):726-32 http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16125589

Diese Studie schließt mit einem äußerst kritischen Fazit zur Homöopathie ab, weist jedoch nachweislich erhebliche wissenschaftliche Mängel auf.

Zu beiden Studien finden Sie weitere Informationen unter: http://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?page_id=41

Abenteuer Grundlagenforschung

Allen Fakten zum Trotz

Betrachtet man die nüchternen Fakten zusammen mit den vielen positiven Erfahrungen von Patienten und Therapeuten, muss man sich die Frage stellen, warum gerade der Homöopathie so viele Steine in den Weg gelegt werden und sie so heftig bekämpft wird. Die Gründe sind sicherlich vielfältig. Zwei Aspekte dürften dabei aber eine besondere Rolle spielen:

1. Die Homöopathie folgt komplett anderen Grundprinzipien als die konventionelle Medizin, und akademischer Dogmatismus scheint bei diesem Thema stärker zu sein als wissenschaftliche Neugier.

2. Die großen Stakeholder im Gesundheitswesen verdienen ihr Geld nicht mit „sprechender Medizin“. Die Homöopathie hat leider keine vergleichbare Lobby im Gesundheitswesen, was ihre Profilierung und weitere Forschungsprojekte erheblich erschwert.

Am Patienten - Klinische Forschung und Versorgungsforschung