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„Schon immer“ und bis heute füllen Mediziner mangelndes Wissen über spezifisch weibliche Aspekte von Körper und Krankheit mit Vermutungen und Geschichten über Hysterie.

FORTSETZUNG:

Die Endometriose wurde behandelt und ist trotzdem nicht weg? Dann liegt’s wohl an der Frau. Die Fibromyalgie widersetzt sich der Therapie? Kein Wunder, die Dame ist ja auch ein bisschen crazy.

Sind Frauen Exoten, Männer die Norm?

Oder liegt es eher daran, dass die medizinische Forschung „auf dem weiblichen Auge blind“ war und ist? Dr. Kate Young und Dr. Janine Austin Clayton, die in Australien bzw. den USA arbeiten, haben das Phänomen untersucht. Seit Beginn der Forschungen steht der Mann als idealtypischer Mensch im Fokus; die Frau wird als Exot, als Abweichung von der Norm empfunden. Frauen blieben nach Möglichkeit ausgeschlossen – auch weil sie geschützt werden müssten, v.a. als potentielle Mütter, als „reproductive bodies“.

Aber auch ganz pragmatische Gründe führen zum Ungleichgewicht im Wissen über Mann und Frau: Weibliche Körper mit ihren ganz normalen hormonellen Schwankungen sind einfach unpraktisch für Studien, sie beinhalten zu viele Variablen. Und so bevorzugt die Forschung männliche Zellen, männliche Versuchstiere und in den klinischen Studien auch männliche Probanden.

Studien z.B. zu „normalen Alterungsprozessen“ wurden ausschließlich mit Männern durchgeführt. Selbst bei einem frauenspezifischen Thema wie dem Zusammenhang zwischen Herzerkrankungen und Östrogenlevel nach der Menopause war keine einzige Frau dabei. An Männern getestete Medikamente mussten wieder vom Markt genommen werden, als sich zeigte, dass sie bei Frauen zu gravierende Nebenwirkungen produzierten. Erst in den letzten zwei oder drei Jahrzehnten werden mehr Frauen in klinische Studien einbezogen, doch die präklinische Forschung bleibt auf Männliches fixiert.

Und in der Homöopathie? Die Ergebnisse alter Arzneimittelprüfungen stammen ebenfalls weit überwiegend von Männern. An modernen Prüfungen sind mehrheitlich Frauen beteiligt, und auch die Patientenschaft ist überwiegend weiblich. Es könnte doch interessant sein, die zahlreich dokumentierten Fälle mal durch die Genderbrille zu betrachten.

 

https://amp.theguardian.com/lifeandstyle/2019/nov/13/the-female-problem-male-bias-in-medical-trials?fbclid=IwAR2hYUpv2xp94Y6q-O7_l5v6Rx7_OaP6ynnrQb3gc78I3UhE0W_SNX7g1dA

Abbildungen: www.pixabay.com