Dass viele Homöopathen – in Hahnemanns Fußstapfen – vom Kaffeetrinken nichts hielten und halten, ist bekannt. Wie sah die Lebenswirklichkeit aus? Ein Fall aus den USA...

 

Frühstückskaffee vor bald 300 Jahren„Argent. nitr. 6/15. heilte ‚Enuresis‘ bei einem 3jährigen, blonden, dicken Knaben, der seit seiner Geburt jede Nacht Bett genässt. Während der Besserung, welche auf das Mittel eintrat, brachte der Genuss von Caffee jedes Mal wieder einen Rückfall hervor. Wenn er aber keine Arznei nahm und keinen Caffee trank, so trat das Bettnässen doch ein. Die Heilung ist jetzt eine so vollständige, dass auch der Genuss von Caffee keinen Rückfall mehr gebracht.“*

Verblüffend für uns heutige Menschen ist, dass das Kaffeetrinken an sich nicht kommentiert wird – als sei es auch für Kinder ganz gewöhnlich. Möglicherweise war es gar kein Bohnenkaffee? Aber das wäre dann wohl näher bezeichnet worden.

Interessanterweise hat der Kaffee die Heilung zwar BEhindert, denn es kam zu Rückfällen. Doch hat er sie augenscheinlich nicht VERhindert. Und so schrieb schon Karl Julius Aegidi (1794-1874):

„[...] ich kann aus meinen Jahresbüchern seit 1826 die eklatantesten Heilungen nachweisen bei Kranken, denen ich den Kaffee nicht versagen durfte. [...] Ich habe ehemals mit Papa Hahnemann über diesen Gegenstand viel diskutiert und ihn überzeugt. Er gab mir Recht, seine Autorität erheische es aber, daß er gegebene Gesetze nicht wieder zurücknehme.“**

 

* Dr. Bruckner, 1872, zitiert nach Mickler, Thomas & Stefan Reis (Hg): Der kleine Kwibus 2018. – (Kalender, 13.4.); Mülheim an der Ruhr 2018 (Kwibus)
** Mickler, Thomas & Stefan Reis (Hg): Der kleine Kwibus 2009. – (Kalender, 13.1.); Mülheim an der Ruhr 2009 (Kwibus)

- Gemälde: François Boucher  (1703–1770): Le déjeuner (1739), Ausschnitt
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fran%C3%A7ois_Boucher_002.jpg
- Bild Kaffeebecher: www.pixabay.com, 11/2018

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