In Deutschland erkranken etwa 20 % der Menschen einmal im Leben an einer Depression*; der Alltag von 10-15 % der Bevölkerung wird durch Ohrgeräusche beeinträchtigt. Womöglich können bestimmte Antidepressiva einen Tinnitus negativ beeinflussen.

Vom Ohr zum Gehirn

FORTSETZUNG:

Unsere Stimmung hängt – nach gängiger Hypothese – eng mit dem Serotoninspiegel zusammen. Ein Mangel an diesem Signalstoff, der viele Vorgänge im Körper regelt, führt u.a. zu Depressionen, die dann z.B. mit SSRI, d.h. mit Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern, behandelt werden.

Ohrgeräusche entstehen, wie Fachleute heute meinen, an einer bestimmten Stelle im Gehirn, in den Nuclei cochleares oder „Schneckenkernen“, die im Verlauf der Hörbahn eine wichtige Rolle spielen. Serotonin mindert zwar die von außen wahrgenommenen Geräusche, aber es hypersensibilisiert gleichzeitig die Zellen in den Kernen: Im Endeffekt werden mehr Signale weitergeleitet, als von außen  kommen.

Diese Erkenntnis lässt vermuten, dass ein medikamentös erhöhter Serotoninspiegel Ohrgeräusche verstärken kann. Das ist zwar noch nicht bestätigt, aber die Forscher warnen vor einem Einsatz von SSRI bei Patienten mit Tinnitus.

Mehr lesen im Spektrum der Wissenschaft:

http://www.spektrum.de/news/antidepressiva-foerdern-wohl-stoergeraeusche-im-ohr/1496759

* https://www.deutsche-depressionshilfe.de/depression-infos-und-hilfe

 

 

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