Dass die Tollkirsche hochgiftig ist, wissen wir alle. Dass sie in potenzierter Form viel Gutes bewirken kann, wissen wir auch. Wie konnte es also passieren, dass – wie verschiedene Medien berichteten – in den USA seit 2006 zehn Babys an einem Belladonna-Präparat zur Linderung von Zahnungsbeschwerden verstorben sind?

 

Belladonna -  die Tollkirsche ist bei korrekter Herstellung ein sicheres HomöopathikumFORTSETZUNG: Um es vorwegzunehmen - der Zusammenhang ist bisher nicht gesichert und muss weiter untersucht werden. Fest steht nur, dass die Tabletten z.T. viel zu hohe Konzentrationen an den Tropanalkaloiden Atropin und Scopolamin enthielten – dass also Fehler bei der Produktion unterliefen. Die US-amerikanische Aufsichtsbehörde, die Food and Drug Administration (FDA), untersucht 400 Fälle, in denen unerwünschte Wirkungen auftraten, darunter die genannten zehn Todesfälle.
Den Herstellerangaben zufolge setzten sich „Hyland’s Teething Tablets“ bis 2010 aus Calcium phosphoricum, Chamomilla, Coffea cruda und Belladonna jeweils in der D3 zusammen. Nach Warnungen seitens der FDA wird seither für Calc-p., Cham. und Coff. die D6 verwendet, für Bell. die D12. Eine Tablette à 65 mg soll 0,0000002 ng an Tropanalkaloiden enthalten (1 Nanogramm ist ein Milliardstel Gramm). Bei den Tests der FDA wurden jedoch Werte bis über 1000 ng festgestellt!
Derartige Messwerte sind erschreckend – aber wie gefährlich ist eine solche Konzentration? Sie liegen „weit unter einer toxikologisch wirksamen Dosis“, werden Heinz Pscheidl, Heilpraktiker, und Susann Buchheim, Apothekerin, zitiert. Ein Baby müsste mindestens 150 Tabletten mit derart erhöhten Werten bekommen, bis sich eine toxische Wirkung zeigt, folgert Carl Classen; für den Tod eines Säuglings wären wenigstens 10.000 Tabletten notwendig.

Quelle: Carl Classen: Sicherheit homöopathischer Arzneien in Europa gewährleistet. –
http://www.aeha-buendnis.de/

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