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Was heißt eigentlich "punctum saliens"? Wer ist eigentlich ... ? Was bedeutet eigentlich ...?

 

punctum saliens

punctum saliens

"Punctum saliens" ist "der springende Punkt". Der griechische Philosoph und Naturwissenschaftler Aristoteles (384-324 v.Chr.) meinte damit den kleinen, roten Punkt im Innern des Vogeleis, den er als den Ursprung des werdenden Lebens ansah: "welcher Punkt wie ein Lebewesen hüpfe und springe".

Im allgemeinen Sprachgebrauch ist der springende Punkt "das, worauf es ankommt". In unseren Aus- und Fortbildungen konzentrieren wir uns genau darauf: auf fundierte Erfahrungen und Methoden, die auch in der Praxis Bestand haben. Denn Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, fordert: "Macht's nach, aber macht's genau nach", "frei von übersinnlichen Ergrübelungen".

Aristoteles hat u.a. übrigens auch ein "Organon" hinterlassen, eine Sammlung wichtiger Schriften. Und "Organon" heißt auch Hahnemanns grundlegendes Werk, in dem er die Prinzipien der Homöopathie darlegt.

 

Samuel Hahnemann

Samuel Hahnemann

Dr. Christian Friedrich Samuel Hahnemann (*1755 in Meißen, † 1843 in Paris) war Arzt und Verfasser zahlreicher wissenschaftlicher und praxisorientierter Schriften und Bücher. Zum Beispiel hat er ein Verfahren entwickelt, gepanschten Wein zu erkennen - die Anwendung dieses Verfahrens wurde zum Gesetz! Er schrieb auch ein Apothekerlexikon, das lange als Standardwerk genutzt wurde.

Hahnemann gilt als Begründer der heutigen Homöopathie. Auf das Grundprinzip, nämlich das Ähnlichkeitsgesetz „Similia similibus curentur" (Ähnliches werde durch Ähnliches behandelt), war er bereits beim Studium der Schriften von Hippokrates und Paracelsus gestoßen. Doch er war der erste Mediziner, der dieses Prinzip systematisch  erforscht und angewendet und zu einer eigenständigen Therapieform entwickelt hat.

Clemens von Bönninghausen

Clemens von Bönninghausen

Clemens Maria Franz von Bönninghausen (1785–1864) war enger Freund und Vertrauter Hahnemanns und schuf wichtige Grundlagen und Werkzeuge zur homöopathischen Therapie. Die hohe Verlässlichkeit z.B. seines „Therapeutischen Taschenbuchs" wird in der heutigen Zeit der Informationsüberflutung besonders geschätzt. Bei punctum saliens stellt die „Bönninghausen-Methode" deshalb auch eine wichtige Säule der Ausbildung dar.

Zudem war Bönninghausen der erste zugelassene nichtärztliche Homöopath und kann daher als Vater der homöopathischen Heilpraktiker betrachtet werden. Sein Name begegnet uns deshalb heute in unterschiedlichen homöopathischen und heilpraktischen Zusammenhängen: CvB – Clemens von Bönninghausen-Akademie, Bönninghausen-Arbeitsgemeinschaft, Bönninghausen-Medaille...

Hippokrates

Hippokrates

Der griechische Arzt Hippokrates (460–370 v. Chr.) schuf mit dem "hippokratischen Eid" die wohl älteste bekannte Grundlage einer ärztlichen Ethik:

"Ich schwöre und rufe Apollon, den Arzt, und Asklepios und Hygeia und Panakeia und alle Götter und Göttinnen zu Zeugen an, dass ich diesen Eid [...]. Ich werde ärztliche Verordnungen treffen zum Nutzen der Kranken nach meiner Fähigkeit und meinem Urteil, hüten aber werde ich mich davor, sie zum Schaden und in unrechter Weise anzuwenden. [...]"*

Viele Gedanken seines Eides sind in heute übliche Ethikerklärungen von Ärzten und Heilpraktikern eingeflossen. Für uns Homöopathen hat Hippokrates noch eine besondere Bedeutung. So kann man annehmen, dass sein Hinweis auf "Ähnlichkeitsprinzipien" in der Heilkunst auch Paracelsus und Hahnemann inspiriert hat.

* Zitiert nach Wikipedia: Eid des Hippokrates; abgerufen 09/2016.

Paracelsus

Paracelsus

Paracelsus (1493-1541) war Arzt, Alchemist, Astrologe, Mystiker, Laientheologe und Philosoph. Ähnlich wie Hahnemann hat Paracelsus mit seinen neuen Gedanken die etablierte Medizin gegen sich aufgebracht. Sein Einfluss auf die heutige Medizin wie auf die Naturheilkunde war erheblich.

Mit Blick auf die Homöopathie können wir davon ausgehen, dass er mit seinem Satz „Ähnliches wird durch Ähnliches behandelt und nicht Gegensätze durch Gegensätze" auch einen Beitrag zur Entstehung der Homöopathie geleistet hat.

Es wird spekuliert, dass er durch seine allzu intensive alchemistische Beschäftigung mit Quecksilber (Mercurius), dem Metall des Hermes/Merkur, zu Tode gekommen ist.

Asclepios – Aeskulap – Aeskulapstab

Asclepios – Aeskulap – Aeskulapstab

Asklepios ist der griechische Gott der Heilkunst. Sein Stab mit der gewundenen Schlange ist das wohl bekannteste medizinische Symbol und wird von Ärzten, medizinischen Organisationen, Arzneiherstellern und Bildungseinrichtungen gern verwendet. Auch der Name „Asklepios" ist allgegenwärtig: Asklepios-Kliniken, Aesculap-Apotheken, Aesculap-Akademie u.v.m.

Im medizinischen Kontext wird der Stab des Aeskulap leicht mit dem Caduceusstab verwechselt.

Caduceus – Merkur – Caduceusstab

Caduceus – Merkur – Caduceusstab

Im Gegensatz zum Aeskulapstab winden sich um den Caduceusstab zwei Schlangen, und am Kopf des Stabes befinden sich meist zwei Flügel. Auch dieser Stab wird gern im medizinischen Umfeld als Symbol verwendet. Bedeutung und Herkunft sind aber grundlegend unterschiedlich.

Der Caduceus ist der Stab des Gottes bzw. Götterboten Hermes (Merkur), und dieser war weniger der Medizin und dem Heilwesen zugetan, sondern wurde u.a. als Gott der Redekunst, der Kaufleute, Handwerker und Diebe verehrt. Dennoch finden wir das Symbol des Caduceus heute u.a. bei der WHO, Ärztekammern, Schulen oder beim Sanitätsdienst der Bundeswehr.

 

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